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Aktuelle Studien rund um die Folsäure

Zahlreiche Studien belegen die Zusammenhänge zwischen einer soliden Versorgung mit Folsäure und der Verringerung von Erkrankungs-Risiken in jedem Lebensalter. Folsäure oder Folate tragen zur Gesundheitsvorsorge bei. Die folgenden Abschnitte enthalten Beispiele und ausgewählte Studien – es wird bei der Aufzählung kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben.

Folsäure und Depressionen

Eine noch wenig bekannte Tatsache ist der Zusammenhang zwischen Folsäure-Mangel und Depressionen . Das Ergebnis einer Metastudie wurde 2007 im Journal of Psychiatry and Neuroscience in Kanada veröffentlicht.

Fakt ist, dass Erkrankungen wie Alzheimer, Parkinson, Schlaganfall, Herzinfarkt, Diabetes und viele Karzinome (Krebserkrankungen) mit einem hohen Homocysteinspiegel einhergehen – gleichzeitig treten bei allen Patienten mit auffallender Häufigkeit Depressionen auf.

Eine Studie aus Japan, deren Resultat im Jahr 2011 publiziert wurde, beschäftigte sich mit Depressionen bei Frauen im gebärfähigen Alter. Die Symptome der Depression gingen bei den Frauen zurück, denen Folsäurepräparate verabreicht worden waren. Dies bestätigt den direkten Zusammenhang von mentaler Gesundheit und Stabilität und einem lückenlosen Methylierungsprozess im Organismus. Auch die Produktion wichtiger Hormone, etwa Serotonin, ist von diesem Stoffwechselprozess abhängig.

Folsäure und Alzheimer

Vitaminzufuhr (A, E und B-Vitamine inklusive Folsäure) und die Entstehung der Alzheimer-Erkrankung stehen in engem Zusammenhang miteinander: Hohe Homocysteinwerte sind dabei Marker und Risikofaktor zugleich. Dies dokumentiert eine polnische Studie aus dem Jahr 2016 (Lublin, Yale).

Eine weitere klinische Studie (Oxford, Oslo, 2016) bestätigt die These, dass sich degenerative Prozesse im Gehirn wie bei Alzheimer durch Kombinationspräparate mit Folsäure, Vitamin B6 und B12 verlangsamen lassen.

Folsäure und Autismus

2016 wurde in China ein klinischer Versuch an Kindern mit Autismus durchgeführt: Sie erhielten täglich 400µg Folsäure. Gleichzeitig nahmen alle kleinen Probanden an einem Unterrichtsprogramm teil. Hier ließ sich gut das Verhalten beobachten. Bei einem Teil der Kinder wurden der Folsäurespiegel, der Homocysteinspiegel und andere Stoffwechsel-marker im Blutplasma untersucht.

Die Kinder aus der mit Folsäure versorgten Gruppe verhielten sich deutlich sozialer, ihre kognitiven Leistungen, ihr Sprachverständnis und ihre Kommunikation verbesserten sich signifikant.

Folsäure und Herz-Kreislauf-Gefäßerkrankungen

Zwischen vier und 10% Risikominimierung bei kardiovaskulären Erkrankungen und deren Folgen könnten mit erhöhter Folsäure-Zufuhr erreicht werden. Zu diesen kardiovaskulären Erkrankungen zählen Funktionsstörungen des Herz-Kreislauf-Systems, Arteriosklerose, hoher Blutdruck, Schlaganfälle und bereits die Vorformen davon. Erkennbar sind diese an nicht mehr voll funktionsfähigen Endothelzellen, die die Blutgefäße im Inneren auskleiden. Ein Hauptrisikofaktor war dabei der überhöhte Homocysteinspiegel – der sich nachweislich durch die ausreichende Folsäure-Versorgung senken lässt.

Eindrucksvoll belegen dies ein wissenschaftlicher Artikel aus dem Jahr 2004 von Dr. med. Hans-Günter Kugler sowie eine Metastudie aus dem Jahr 2016.

Frakturrisiko im Alter und Folsäure-Haushalt

Teil der norwegischen Hordaland-Studie aus dem Jahr 2009 war eine Untersuchung über die Häufigkeit von Hüftgelenksfrakturen bei über 4000 älteren Menschen im Zusammenhang mit der Folsäure-Versorgung. Vor allem Frauen mit niedrigem Folsäure-Spiegel und erhöhtem Homocysteinspiegel im Blutplasma hatten der Studie zufolge ein stark erhöhtes Fraktur-Risiko.

Folsäure und Fruchtbarkeit

Unfruchtbarkeit steht häufig im Zusammenhang mit einem genetischen Defekt, der den Methylierungsprozess im Körper blockiert: Schuld ist ein mutiertes Enzym, das nicht ordnungsgemäß mitwirkt. Betroffene Frauen produzieren etwas weniger Östrogen, bei Männern wurde häufig eine höhere DNA-Fragmentierung (unvollständiger Zellaufbau) im Sperma vorgefunden.

Wurde in diesen Fällen Folsäure als Nahrungsergänzung zugeführt, wirkte sich dies positiv aus: Die Chance auf eine Empfängnis stieg und es kamen gesunde Kinder zur Welt.

Nachweise für diese Zusammenhänge lieferten The Nurses‘ Health Study II, eine große Kohortenstudie, die in den USA an Krankenschwestern durchgeführt wurde. 18.500 Frauen im gebärfähigen Alter und Kinderwunsch oder einer Schwangerschaft wurden hierfür zwischen den Jahren 1991 und 1999 untersucht. Die Frauen, die in der fraglichen Zeit Folsäure einnahmen, wurden eher schwanger und bekamen gesunde Kinder. Das Unfruchtbarkeits-Risiko sank prozentual mit einem höheren Quantum an Folsäure.

Ein weiterer Bericht von 2018, erstellt aus Studien in den USA, liefert neue Belege: Mit einer Folsäure-Nahrungsergänzung steigt nicht nur die Chance auf eine Empfängnis, es lassen sich auch diverse Entwicklungsstörungen beim Fetus vermeiden. Das Risiko, einen Abort zu erleiden, ein Kind zu früh oder mit extrem niedrigem Geburtsgewicht zu gebären, sinkt ebenfalls erheblich.

Folsäure und Krebs

Eine US-Studie aus dem Jahr 2017 beschäftigte sich mit Krebsentstehung: an knapp 400 Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs und fast 1000 Personen einer Kontrollgruppe lieferte deutliche Hinweise darauf, dass eine ausreichende Folat-Versorgung das Risiko einer Erkrankung deutlich senken konnte.

Eine Metastudie aus dem Jahr 2010 verdeutlicht die Zusammenhänge nochmals drastisch: Hier wurden 13 Kohortenstudien zum Thema Darmkrebs zusammengefasst. Die Zahl der Teilnehmer: Insgesamt über 700.000. Das Resultat: Pro 100 μg Folsäureeinnahme pro Tag reduzierte sich das Krebsrisiko um 2%.

Diese Zusammenfassung ist repräsentativ. Auch wenn die relativen Zahlen klein erscheinen und die Entstehungsursachen von Krebs noch nicht vollständig erforscht wurden, lässt sich doch deutlich die präventive Auswirkung von Nahrungsergänzung mit Folsäure erkennen.

Folsäure vor und in der Schwangerschaft: Langfristig gesunder Nachwuchs

Dass Folsäure bereits vor Beginn einer Schwangerschaft eingenommen werden sollte, um die Fruchtbarkeit zu verbessern und um Fehlentwicklungen wie Neuralrohrdefekt oder Lippen-Gaumen-Kiefer-Spalten vorzubeugen, wurde bereits behandelt.

Selbst das Risiko einer Trisomie (Down-Syndrom) lässt sich senken.

Doch auch die Auswirkungen auf die langfristige Gesundheit der Nachkommenschaft sind vielfältig.

Die Ursachen für Leukämie bei Kindern sind nicht vollständig geklärt. Doch 2001 wurde ein aufsehenerregender Bericht publiziert: Folsäure-Einnahme in der Schwangerschaft reduzierte offenbar das Risiko, im jugendlichen Alter bis 15 Jahre an Leukämie zu erkranken, um 60%. Dies wurde 2017 durch eine Metastudie untermauert: Britische und italienische Forscherinnen filterten die Ergebnisse verschiedenster Untersuchungen und Berichte zum Thema.

Die Zusammenhänge leuchten ein: Korrekte Zellteilung und vollständiger Zellaufbau werden maßgeblich über den Folsäure-Stoffwechsel mit bestimmt. Blutzellen werden von Erythroblasten (speziellen Stammzellen im Rückenmark) produziert. Der kleinste Fehler in der Wiedergabe der Chromosomen bei der Zellteilung kann sich auf lange Sicht bemerkbar machen.

Hier weiterlesen: Folsäure vor und während der Schwangerschaft

Folsäure und Diabetes mellitus Typ2

2018 wurde von der Universität Hong Kong eine Studie zu Folsäure und Diabetes-Mellitus-Risiko Typ 2 veröffentlicht. Ursache der Krankheitssymptome ist eine unzulängliche Stoffwechselreaktion auf das Hormon Insulin. Insulin verarbeitet Glukose im Blut. Wirkt es unzureichend, steigt der Blutzuckerspiegel stark an, was zu schwerwiegenden Schäden im Organismus führt.

Im klinischen Versuch getestet wurde die Wirkung von Folsäure: Die Einnahme konnte die Insulin-Resistenz der Zellen entscheidend senken. Noch sind weitere Forschungsarbeiten zu diesem Thema notwendig.

Folsäure – entscheidend für die Gesundheitsvorsorge

Zahlreiche weitere Erfahrungsberichte, Beobachtungen und Studien finden sich im Online-Archiv des Ärzteblatts. Hier werden viele Zusammenhänge nochmals erklärt und viele weitere Aspekte im Wirkungsspektrum der B-Vitamine beleuchtet.

Erwähnenswert ist beispielsweise der Rückgang von angeborenen Herz- (>50%) oder auch Harnwegsdefekten (um 85%) reduziert, wenn die werdende Mutter gut mit Folsäure versorgt war. Die Liste der einschlägigen Nachweise lässt sich beliebig fortsetzen: Die Ergebnisse sprechen für sich. Die ausreichende Versorgung mit Folsäure ist zwar keine Garantie für Gesundheit und ersetzt keinesfalls eine gesunde, vernünftige Lebensweise. Trotzdem trägt sie dazu bei, viele Erkrankungen auf lange Sicht zu verhindern.

Wissenswertes rund um Folsäure: